bikup - Bildung, Kultur, Partizipation

Sprachmittlerpool für die Stadt Leverkusen

Laufzeit

Erste Projektphase vom 15.04.2014 bis 15.04.2015. Das Projekt wird fortgeführt.

Ziel und Projektaktivitäten

Aufgrund der steigenden Migrations- und Flüchtlingszahlen und dem großen Bedarf diesen Personen eine angemessene medizinische Versorgung zu bieten, hat das Kommunale Integrationszentrum der Stadt Leverkusen in Zusammenarbeit mit bikup das Modellprojekt „Sprachmittlerpool im Gesundheitswesen für die Stadt Leverkusen“ ins Leben gerufen. Bei Verständigungsschwierigkeiten zwischen Fachkräften des Gesundheitswesens und Migranten bzw. Flüchtlingen der Stadt Leverkusen werden systematisch professionelle Sprach- und Integrationsmittler eingesetzt.

Sprach- und Integrationsmittler sind mit dem deutschen Gesundheitssystem sowie dem ihres Heimatlandes vertraut und können länderspezifische Unterschiede der medizinischen Versorgungsstrukturen verständlich und kultursensibel erklären. Zugezogene haben häufig unzureichendes Wissen über das hiesige System und unterschiedliche Erwartungen an die medizinische Versorgung, keine Vertrautheit mit deutschen Verhaltensweisen, Denkweisen und Gewohnheiten sowie, je nach Kulturkreis, ein anderes Verständnis von Krankheit, Gesundheit, Scham- und Ehrgefühl.

Zertifizierte Sprach- und Integrationsmittler konzentrieren sich so nicht nur auf die Sprachmittlung, sondern sind in der Lage über diese soziokulturell geprägten Unterschiede aufzuklären und sensibel zwischen beiden Parteien zu vermitteln. Dadurch wird erst eine reibungslose und vollständige Verständigung ermöglicht.

Es handelte sich um ein Modellprojekt, das vorerst auf ein Jahr begrenzt war und wissenschaftlich begleitet wurde. Ortsansässigen Flüchtlingen und Migranten wurden so bedarfsgerecht und barrierefrei Angebote bei der medizinischen Versorgung bereitgestellt.

Das Modellprojekt „Sprachmittlerpool für die Stadt Leverkusen“ wird fortgeführt!

Aufgrund der Nachfrage und Zufriedenheit der Ärzteschaft und der Patienten hat die Stadt Leverkusen das Stundenkontingent für die Einsätze von Sprach- und Integrationsmittlern kontinuierlich erhöht und seit April 2015 auf den Bereich Bildung ausgeweitet.

Wir empfehlen Städten dem Beispiel Leverkusen zu folgen und den Weg der interkulturellen Öffnung in Zusammenarbeit mit Sprach- und Integrationsmittlern zu beschreiten. Der Einsatz von professionellen Dolmetschern und kultursensiblen Vermittlern stellt EINEN wichtigen Beitrag zu einer wirksamen sozialen und medizinischen Versorgung von Flüchtlingen bzw. Migranten dar und führt mittelfristig dazu die Kosten des Gesundheits- und Sozialwesen zu senken.

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