01.01.2026 bis 31.12.2028
Das SKEV-Projekt wird im Rahmen des Förderprogramms „Integration durch Qualifizierung“ (IQ) durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert
Viele Unternehmen haben bereits internationale Fachkräfte eingestellt. Doch ob diese langfristig im Unternehmen bleiben, entscheidet sich häufig in den ersten Monaten, beim Onboarding, in der Zusammenarbeit im Team und im täglichen Arbeitsprozess.
Oft sind es keine fachlichen Probleme, die zu Schwierigkeiten führen, sondern Missverständnisse im Arbeitsalltag, unterschiedliche Erwartungen, Kommunikationsstile oder Unsicherheiten auf beiden Seiten. In solchen Situationen verlassen internationale Beschäftigte nicht selten nach zwei oder drei Jahren wieder das Unternehmen oder orientieren sich in andere Länder.
SKEV setzt genau an diesem Punkt an.
Der Regionalverbund SKEV unterstützt Unternehmen dabei, internationale Fach- und Arbeitskräfte nicht nur zu gewinnen, sondern langfristig im Betrieb zu halten. Internationale Beschäftigte werden besonders in ihrer Anfangsphase begleitet und auch in schwierigen Situationen unterstützt. Gleichzeitig erhalten Führungskräfte, Teams und Unternehmensleitungen Unterstützung dabei, unterschiedliche Arbeitskulturen, Kommunikationsweisen und Erwartungen besser zu verstehen.
Eine zentrale Rolle spielen dabei mehrsprachige Sprach- und Integrationsmittler:innen für die Wirtschaft (SIMWI). Sie begleiten Gespräche, unterstützen bei der Einarbeitung, moderieren bei Unsicherheiten oder Konflikten und helfen dabei, betriebliche Abläufe und Erwartungen für alle Beteiligten nachvollziehbar zu machen. So entstehen Lösungen genau dort, wo im Arbeitsalltag häufig Reibung entsteht: bei der Einarbeitung neuer Mitarbeitender, in Teams mit unterschiedlichen kulturellen Hintergründen oder in Situationen, in denen Kommunikation besonders sensibel ist.
SKEV unterstützt Unternehmen damit dabei, internationale Teams dauerhaft stabil zusammenarbeiten zu lassen – und internationale Fachkräfte dabei, ihren Platz im Unternehmen und im Arbeitsalltag zu finden.

UNSER ANSATZ
SKEV verbindet drei ineinandergreifende Handlungsfelder:
So entsteht ein Verbund, der Qualifizierung, Vermittlung, betriebliche Zusammenarbeit und stabile Rahmenbedingungen, die internationale Teams zusammenführt.
WARUM SKEV BESONDERS IST
Die besondere Stärke von SKEV liegt in der strukturellen Verankerung soziokultureller Verständigung im Arbeitskontext. Sprach- und Integrationsmittler:innen werden hier nicht nur punktuell eingesetzt, sondern als professionelle Brückenbauer:innen in wirtschaftlichen Zusammenhängen weiterentwickelt.
Damit geht das Projekt über klassische Beratungs- oder Qualifizierungsangebote hinaus. SKEV unterstützt nicht nur einzelne Menschen auf ihrem Weg in Arbeit, sondern stärkt zugleich Unternehmen darin, internationale Beschäftigte besser einzuarbeiten, Missverständnisse frühzeitig zu vermeiden und langfristige Bindung zu ermöglichen.

Die Teilprojekte im Überblick
SIMWI-Qualifizierung – Sprach- und Integrationsmittler:innen in der Wirtschaft
In diesem Teilprojekt qualifiziert bikup mehrsprachige Drittstaatsangehörige für ein neues berufliches Einsatzfeld im Wirtschaftsbereich. Die Teilnehmenden professionalisieren ihre sprachlichen, fachlichen und interkulturellen Kompetenzen und lernen, Unternehmen bei Rekrutierung, Onboarding, Konfliktklärung und Teamverständigung zu unterstützen.
Die Qualifizierung baut auf bewährten bikup-Erfahrungen im Bereich Sprach- und Integrationsmittlung auf und erweitert diese gezielt um wirtschaftsbezogene Inhalte wie arbeitsrechtliche Grundlagen, branchenspezifisches Fachvokabular, Diversity-Kompetenz und betriebliche Praxisphasen.
Qualifizierung on the Job – Beschäftigungsperspektiven stärken
InterKultur e. V. begleitet Zugewanderte und Geflüchtete mit Beschäftigungspotenzial bei der beruflichen Orientierung, Vorbereitung und Weiterqualifizierung. Im Zentrum stehen individuelle Förderpläne, Gruppenangebote, Empowerment, digitale Grundkompetenzen, Deutsch im Beruf, Bewerbungstraining und branchenspezifische Module.
Praxisphasen in Betrieben und die enge Verzahnung mit den SIMWI schaffen reale Übergänge in Beschäftigung und stärken die Chancen auf eine qualifikationsadäquate Tätigkeit.
Begleitservice für internationale Fach- und Arbeitskräfte & KMU
Die bikup Connect GmbH entwickelt ein mehrsprachiges und kultursensibles Unterstützungsangebot für Unternehmen und internationale Beschäftigte in NRW. Der Begleitservice umfasst Beratung, Mentoring, Teamentwicklung, interkulturelle Schulungen, Konfliktmoderation und den gezielten Einsatz qualifizierter SIMWI im Unternehmensalltag.
Damit werden KMU dabei unterstützt, internationale Fachkräfte nicht nur zu gewinnen, sondern auch nachhaltig in bestehende Teams und betriebliche Abläufe zu integrieren.

Der Mehrwert für Nordrhein-Westfalen
SKEV reagiert auf eine zentrale Herausforderung des Arbeitsmarkts: Internationale Fach- und Arbeitskräfte werden dringend gebraucht, doch nachhaltige Integration gelingt nicht allein über Stellenbesetzung. Es braucht Verständigung, Orientierung, kultursensible Begleitung und Unternehmen, die Diversität als Ressource nutzen können.
Das Projekt schafft deshalb Mehrwert auf mehreren Ebenen:
Perspektiven
Am Ende geht es um mehr als erfolgreiche Fachkräftegewinnung. Es geht darum, dass Unternehmen, internationale Fachkräfte und auch wir als Gesellschaft gemeinsam Verantwortung übernehmen, damit Menschen, die hier arbeiten und leben möchten, ihre Fähigkeiten langfristig einbringen können und sich zu Hause fühlen.
Mit dem Förderprogramm IQ – Integration durch Qualifizierung finden wir dafür den richtigen Rahmen. Es ermöglicht uns, diesen Ansatz weiterzuentwickeln und einen Beitrag zu einer nachhaltigen Arbeitsmarktintegration von Zugezogenen zu leisten. Als Organisation, die sich seit vielen Jahren für Verständigung und Teilhabe in der Migrationsgesellschaft einsetzt, bringen wir uns dafür mit Überzeugung ein. Am Ende geht es darum, dass internationale Fachkräfte nicht nur kommen, sondern bleiben weil Zusammenarbeit gelingt und Perspektiven entstehen.
