Die Fortbildung zur/zum Sprach- und Integrationsmittler:in (SIM) reagiert auf eine gesellschaftlich hochrelevante Entwicklung: den steigenden Bedarf an qualifizierter, professionell ausgebildeter Sprach- und Kulturmittlung in Gesundheitswesen, Sozialarbeit, Bildung, Verwaltung, Beratung und Präventionsarbeit.
Sprach- und Integrationsmittler:innen übernehmen eine zentrale Rolle in der Unterstützung von zugewanderten Menschen. Durch ihr sprachliches Können, ihre mediative kultursensible Kommunikationskompetenz und ihr tiefes Verständnis für unterschiedliche soziokulturelle Hintergründe ermöglichen sie Zugänge und Begegnungen, die sonst nicht möglich wären.
SIM-Fachkräfte sorgen für Präzision in sensiblen Situationen, Transparenz im Dialog, Vertrauen zwischen allen Beteiligten und Sicherheit in komplexen Verfahren. Damit stärken sie die Qualität des Handelns von Fachkräften ebenso wie die Rechte und Teilhabemöglichkeiten von Migrant:innen und Geflüchteten.

Ob im medizinischen Gespräch, in sozialpädagogischen Kontexten, bei psychologischen Beratungen, in behördlichen Verfahren oder in schulischen und familiären Unterstützungssystemen, qualifizierte Sprach- und Integrationsmittler:innen tragen entscheidend dazu bei, Missverständnisse zu verhindern, Versorgungslücken zu schließen und eine kultursensible Verständigung zu gewährleisten.
Die Fortbildung zur/zum Sprach- und Integrationsmittler:in mit einem Umfang von 2.040 Unterrichtseinheiten vermittelt Ihnen unter anderem:
Sprach- und Integrationsmittler:innen sind unverzichtbare Kommunikationssäulen in unserer Gesellschaft. Diese Fortbildung befähigt Sie, diesen Auftrag auf höchstem Niveau zu erfüllen und qualifiziert Sie für eine verantwortungsvolle Tätigkeit an der Schnittstelle zwischen Menschen, Institutionen und Kulturen.
Sprach- und Integrationsmittler:innen
Sprach- und Integrationsmittler:innen schlagen eine Brücke der Verständigung zwischen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaftssystemen mit ihren divergierenden Denkweisen, Bräuchen und Gewohnheiten.
Die Fortbildung Sprach- und Integrationsmittler:in richtet sich an Menschen mit Migrationserfahrung oder Migrationshintergrund, die ihre Sprachkenntnisse und ihr interkulturelles Verständnis beruflich einsetzen möchten. Ihr Alter spielt keine Rolle, ob Anfang 20 oder Anfang 60, jede Lebenserfahrung ist willkommen und bereichert die Gruppendynamik.
Wichtig ist vor allem eine offene Haltung, die Bereitschaft, sich auf andere Kulturen einzulassen, die eigenen Sichtweisen zu reflektieren und sich mit Freude auf Neues einzulassen.
Erforderliche Voraussetzungen
Wünschenswert
Und sollten Sie eine der Voraussetzungen nicht vollständig erfüllen, freuen wir uns trotzdem sehr, Sie kennenzulernen. Gemeinsam finden wir heraus, ob eine Teilnahme dennoch möglich ist.

Dauer: 12 Monate
Aufbau: 1.560 Unterrichtseinheiten Theorie (davon 1.520 Unterrichtsstunden (UE) à 45 Minuten, zusätzlich 40 UE à 45 Minuten praktikumsbegleitender Unterricht) und 360 Praktikumsstunden á 60 Minuten (entspricht 480 UE à 45 Minuten). Die Gesamtdauer der Maßnahme beträgt 2.040 Unterrichtseinheiten à 45 Minuten.
Kurszeiten: z.B. Montag bis Freitag von 8:30 Uhr bzw. 08:45 Uhr – 15:30/16:30 Uhr bzw. 15:45/16:45 Uhr
Unterrichtsfächer: Methodik Sprach- und Kulturmittlung, Dolmetschtechniken, Soziokulturelle Sensibilisierung, Migrationssoziologie, (Interkulturelle) Kommunikation und Konfliktmanagement, Strukturen und Aufbau der Institutionen des Gesundheits-, Bildungs- und Sozialwesens, Einführung Psychologie, Kinder- und Jugendhilfe, Asyl- und Sozialrecht etc.
Die Zertifizierung erfolgt über bikup als anerkannte Fort- und Weiterbildungsträgerin nach AZAV (§ 2 Trägerzulassung bzw. § 3 Maßnahmenzulassung)
Partner:innen zur Zertifizierung des Unterrichtsfaches Gesundheitswesen im Rahmen der Fortbildung zum:r Sprach- und Integrationsmittler:in sind das Universitätsklinikum Köln sowie die Medizinische Fakultät der Universität zu Köln.


Die Lehrgangsgebühren können über einen Bildungsgutscheine der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters sowie über andere Kostenträger zum Beispiel Berufsgenossenschaften oder Rentenversicherungsträger:innen übernommen werden. Eine Teilnahme ist auch als Selbstzahler:in möglich.
Die Lehrgangsgebühren können über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit oder des Jobcenters sowie über andere Kostenträger zum Beispiel Berufsgenossenschaften oder Rentenversicherungsträger:innen übernommen werden. Eine Teilnahme ist selbstverständlich auch als Selbstzahler:in möglich.
Wir unterstützen Sie gerne bei allen Fragen zur Finanzierung und begleiten Sie Schritt für Schritt im Antragsprozess.
Wie beantrage ich einen Bildungsgutschein?
Bei Interesse an einer Teilnahme lassen Sie uns bitte Ihren Lebenslauf per E-Mail oder auf postalischem Wege zukommen. Sie können uns auch über das folgende Online-Formular Ihre Kontaktdaten und Ihr Anliegen mitteilen. Der Fortbildungslehrgang wird regelmäßig angeboten.
Bei Interesse können Sie an einer kostenfreien Informationsveranstaltung teilnehmen. Diese findet derzeit jeden Mittwoch um 10:00 Uhr online oder in Präsenz statt.
In der Veranstaltung informieren wir Sie über das Berufsbild, Inhalte und Ablauf der Fortbildung wie auch Beschäftigungs- und Einsatzmöglichkeiten.
Melden Sie sich gerne an:
📧 per E-Mail an info@bikup.de / ☎️ telefonisch unter 0221 485568-10
Sie erhalten daraufhin die Zugangsdaten zur Online-Veranstaltung oder besuchen Sie uns einfach vor Ort, um sich ein persönliches Bild zu machen.
Wir freuen uns auf Sie!
| „Kurz nach meiner Einreise nach Deutschland habe ich angefangen zu dolmetschen. Ich habe oft die Hilflosigkeit und Unsicherheit der Menschen gespürt, die die deutsche Sprache nicht beherrschen. Es hat mich eine lange Zeit beschäftigt, wie ich mich hier für alle involvierten Parteien, d. h. die hiesigen Ämter und Behörden, aber auch die betroffenen Menschen professioneller einsetzen kann. Schließlich habe ich mich entschieden, eine 12-monatige Fortbildung zur Sprach- und Integrationsmittlerin bei bikup in Köln zu absolvieren. Ich habe es nicht bereut und bin nun professionell mit Herz und Seele dabei.“ |
![]() Dorina Kehrberg, freiberufliche Sprach- und Integrationsmittlerin |
![]() Bouthaina Halawi, Sprach- und Integrationsmittlerin, angestellt im Referat 210 – Soziale Angelegenheiten – der Stadt Langenfeld |
„Alle in der Fortbildung erworbenen Qualifikationen brauche ich tagtäglich in meinem Beruf. Die Arbeit beruht auf einer reibungslosen Verständigung zwischen meinen Kunden und den Behörden.“ |
| „Die Fortbildung zum Sprach- und Integrationsmittler hat mich sensibilisiert, meine eigenen Ressourcen, die ich aufgrund meiner Migrationsbiografie mitbringe, zu erkennen, zu professionalisieren und aktiv einzusetzen. Neben der Mehrsprachigkeit sind es insbesondere die interkulturellen, kommunikativen und sozialen Kompetenzen, die Fähigkeit zum Perspektivwechsel und zur Empathie, die ich in der täglichen Vermittlungs- und Beratungsarbeit erfolgreich anwende.“ |
![]() Inan Durmus, Sprach- und Integrationsmittler, angestellt als pädagogischer Mitarbeiter bei InterKultur e.V. |
![]() Abdelmalek Farhou, freiberuflicher Sprach- und Integrationsmittler |
„Der Wunsch mit und für Menschen zu arbeiten und meinen ganz persönlichen Anteil bei der Integration von Migranten und Flüchtlingen in Deutschland zu leisten, hat mich motiviert die Fortbildung zum Sprach- und Integrationsmittler zu machen. Eine der wichtigsten Kompetenzen, die ich im Lauf der Fortbildung erworben habe, ist der Perspektivwechsel. Früher hatte ich schon Verständnis für die Belange anderer Leute, aber jetzt kann ich mit Hilfe der Fortbildung meine Perspektive wechseln und mich in deren Situation besser hineinversetzen und entsprechend reagieren.“ |
Erfahrungsberichte zur Fortbildung zum:r Sprach- und Integrationsmittler:in und ausführliche Informationen zur Beschäftigung nach der Zertifizierung finden Sie hier.