bikup - Bildung, Kultur, Partizipation
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bikup auf der Ruhr-Konferenz in Essen

„Neue Wege gehen: Professionelle Kultur- und Sprachmittler für die Justiz – ein zukunftsfähiges Berufsbild für NRW“, so der Titel des Workshops, zu dem die bikup gGmbH innerhalb des Themenforums des Ministeriums der Justiz NRW im Rahmen der Ruhr-Konferenz geladen war.

Am 09.05. fand das Themenforum der Justiz „Den Rechtsstaat stärken – Integration fördern“ statt, in dessen Fokus die Frage stand, wie das Vertrauen in den Rechtsstaat gestärkt werden kann, um möglichst viele Menschen von dessen Vorzügen zu überzeugen. Begrüßt wurden die zahlreichen Expert:innen aus der Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Justizpraxis von NRW-Justizminister Peter Biesenbach und Anne Heselhaus-Schröer, Polizeipräsidentin Gelsenkirchen.„Ein starker Rechtsstaat schafft Freiheit, gibt Sicherheit und ist Grundlage für eine offene Gesellschaft. Die Stärkung des Rechtsstaats ist damit zugleich ein wichtiger Beitrag zur Integration“, so Minister Biesenbach. Bevor es in die einzelnen Workshops ging, stimmte Mathias Rohe, Professor für Bürgerliches Recht, Internationales Privatrecht und Rechtsvergleichung an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen mit einem Impulsvortrag zum Thema „Rechtsstaat und gesellschaftlicher Zusammenhalt in Zeiten der Globalisierung“ auf den anschließenden Austausch ein. Seine Botschaft war: Man muss eine passende Balance zwischen der Anerkennung der Bedürfnisse von neuen Minderheiten und dem Schutz der Grundsätze des Rechtsstaates bei potentiellen Wertkonflikten finden. Hier sind aber „die Ängste häufig größer als die Probleme.“ Man brauche einfach viel Aufklärung und Vermittlung, um „falsche Loyalitätskonflikte zu vermeiden“ und Vertrauen in die Institutionen zu schaffen. Das sei eine Daueraufgabe, da der Rechtstaat eine erlebte Realität im Alltag sei und sich dadurch ständig erneuere.

Werkstatt-Konferenz mit bikup

Die anschließende Werkstatt-Konferenz bot in zehn thematisch abgegrenzten Fachformaten allen teilnehmenden Expert:innen Raum für interdisziplinären Austausch und das gemeinsame Bearbeiten von konkreten Projektvorschlägen.
Varinia Fernanda Morales, Geschäftsführerin der bikup gGmbH und Yann Pouget, Fachreferent für den Bereich Bildung nahmen an dem Workshop „Neue Wege gehen: Professionelle Kultur- und Sprachmittler für die Justiz – ein zukunftsfähiges Berufsbild für NRW“ teil: Sie betonten im Anschluss, dass die anwesenden Fachkräfte aus dem Bereich Justiz einen hohen und dringenden Bedarf an professionellem Sprach- und Kulturmittlung in der Justiz bestätigt hätten. Sprach- und Integrationsmittler:innen sollten in Ergänzung zu vereidigten Dolmetscher:innen arbeiten. Letztere seien für das Simultandolmetschen vor Gericht zuständig, Sprach- und Integrationsmittler:innen sollten wichtige Aufgaben vor und nach dem Gerichtsverfahren übernehmen wie z. B. Zeugenbetreuung, Sprach- und Kulturmittlung während der Rechtsberatung oder vorgerichtliche Mediation. Die Expertise von bikup im Bereich der Fortbildung und Vermittlung von professionellen Sprach- und Integrationsmittler:innen sei von allen Beteiligten stark geschätzt worden. Auch institutionelle Kooperationen wie die Initiative „Kurve kriegen“ mit dem Innenministerium NRW konnten als modellhafter Ansatz für die Justiz dargestellt werden.

Die Ruhr-Konferenz

Die Ruhr-Konferenz ist ein großangelegter Prozess, der die Entwicklung der Metropolregion auf vielen verschiedenen Ebenen vorantriebt. In der aktuellen ersten Phase werden bereits gesammelte Projekte in 20 unterschiedlichen Themenbereichen diskutiert und analysiert. Die Ergebnisse werden in einer zweiten Phase in Leitprojekten zusammengefasst und einer dritten Phase der Ruhr-Konferenz umgesetzt. Weitere Informationen dazu gibt es unter: https://www.land.nrw/de/ruhr-konferenz


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