bikup - Bildung, Kultur, Partizipation
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Exkursion zu bikup

Zwanzig engagierte junge Menschen, die an einem Weiterbildungskurs zur psychiatrischen Fachpflege in der LVR-Akademie für seelische Gesundheit teilnehmen, waren Mitte März gemeinsam mit Bildungsreferent Holger Kemmer zu Gast bei bikup. Getrieben von der Neugier, mehr über das Thema Sprach- und Kulturmittlung zu erfahren, folgten alle sehr konzentriert den lebhaften Schilderungen von Geschäftsführerin Varinia Fernanda Morales, die spannend, informativ und mit vielen Beispielen die Entstehung und Etablierung des Berufsbildes sowie die zahlreichen  Einsatzgebiete zertifizierter Sprach- und Integrationsmittler schilderte.

In welchen Fachgebieten werden sie unterrichtet und welche Qualifikationen können sie dabei erwerben? Worin bestehen die Aufgaben eines Sprach- und Integrationsmittlers im Unterschied zu klassischen Dolmetschern oder ehrenamtlichen Sprachmittlern? Warum werden sie in Schulen, Kindergärten, Ämtern sowie in psychiatrischen Kliniken erfolgreich eingesetzt? Was bedeutet soziokulturelle Sensibilisierung? Wie sieht das Berufsethos aus und wo sind die Grenzen?

Auch Hadisseh Parlaksu stellte sich diese Fragen, als sie vor einigen Jahren, die Fortbildung bei bikup anfing. Da sie vorher schon öfter gedolmetscht hatte, dachte sie, was wollen die mir schon beibringen, was ich nicht ohnehin schon kann. „Damit lag ich allerdings daneben“, meint die längst zertifizierte und gut gebuchte Sprach- und Integrationsmittlerin heute. Zusätzlich zu ihren sieben Sprachen und Dialekten konnte sie in der Fortbildung die professionelle Methodik der Sprach- und Kulturmittlung erwerben sowie die Fähigkeit zu Nähe und Distanz und zum Perspektivwechsel. „Ich habe in diesem einen Jahr so viel Neues gelernt, insbesondere für mich selbst. Es war ein gute Gefühl, vorhandene Ressourcen aufzudecken und sie zu professionalisieren“.  Diese Qualifikationen setzt sie nun täglich in der Praxis um. Ob bei Einsätzen der kriminalpräventiven Initiative des Innenministeriums NRW „Kurve kriegen“ oder in den Kliniken des LVR, Hadisseh Parlaksu freut sich, hiesigen Fachkräften und Zugewanderten bei Kommunikationsbarrieren eine reibungslose Verständigung zu ermöglichen.


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